
David Garrett bei seiner Parfümvorstellung
Da kommt die Moderatorin wieder und beginnt mit der Verlosungsaktion. Erstmal noch ohne David. Sie stellt Fragen, derjenige, der zuerst die richtige Antwort weiß, gewinnt eine siginierte CD, DVD oder ein Parfum. Ok. Ich bin natürlich raus aus der Nummer – ich weiß so gut wie gar nichts über ihn. Außer, dass er und seine Musik mich in Stuttgart völlig aus dem Nichts so berührt haben, dass ich heute hier stehe. Aber DAMIT gewinnt man natürlich keine signierte CD. Tina dagegen kennt sich nicht nur aus, sondern ist auch schnell. Sie hat tatsächlich schon gewonnen. Super. Nachher gibt’s noch vier Tickets für morgen zu gewinnen, aber die will David selbst verlosen. Freudiges Raunen geht durch die Menge. Und dann wird die Aktion erstmal unterbrochen, David ist wohl im Anmarsch. Wir bekommen genaue Infos im Sekundentakt „er ist noch bei der Presse“. Dann: „er ist im Aufzug“. Dann: „ich seh ihn schon“. Und dann…
… ist er plötzlich da. In echt. Direkt vor mir. Keinen Meter weg.
Das gibt’s nicht… er ist weiß Gott nicht der erste Star, den ich treffe. Eigentlich dachte ich, mich könnte in der Richtung so leicht nichts mehr umhauen. Schon gar kein Geiger während einer „Massenveranstaltung“ in einer Douglas-Filiale. Aber ich kippe auch gar nicht um, schließlich kann ich mich ja vorne am Gitter festhalten. Er guckt in unsere Richtung. Nein, nicht direkt zu mir. Aber das ist auch wirklich besser so… (Luft holen!) denn Bambi kann einpacken bei solchen Augen (Atmen nicht vergessen!). Natürlich, natürlich.. .es geht um die Musik. Und ich bin wirklich zu alt für das, was ich hier mache. (Atmen, Baby, atmen!). Aber dieser Ausstrahlung kann sich keine normale Frau entziehen, jedenfalls würde ich das mal so behaupten wollen. Es ist nicht die Optik. Natürlich sieht er super aus. Aber da ist noch etwas anderes. Da ist eine unglaubliche Ausstrahlung, etwas, das man so richtig kaum in Worte fassen kann. Erklärt mir, warum der Himmel blau ist. Er hat’s einfach. Charisma. Authentizität. Eine unglaublich echte, ungekünstelte Art. Wie er redet. Wie er schaut. Meine Güte, wenn er lacht geht die Sonne auf.

David Garrett bei seiner Münchner Autogrammstunde
Inzwischen geht die Verlosung weiter. Parfum-Flakons wandern direkt aus Davids Händen in die der glücklichen Gewinner(innen) und dann sollen zwei Karten verlost werden. Ein Mädel von ziemlich weit hinten weiß die Antwort und freut sich so DERART, dass sich glaube ich jeder im Raum – David eingeschlossen – mit ihr freut. Weitere DVDs und CDs wechseln den Besitzer – echt jetzt, nächstes Mal weiß ich auch die Antworten. Einiges könnte man erraten, aber irgendwie trau’ ich mich nicht. Außerdem…atmen geht ja wieder, aber REDEN geht nicht. Hei, es ist mein „erstes Mal“.
Als letztes sollen nun nochmal zwei Tickets für morgen Abend verlost werden. David will die nötige Frage selber stellen, allerdings fällt ihm keine mehr ein. Wir werden gefragt… Den Vorschlag „welche Zahnpasta benutzt du?“ lehnt er ab mit der Begründung „das wechselt“. Auch die Frage „wie lange brauchst du morgens im Bad?“ findet keine Gnade vor seinen Augen. Er grinst und behauptet, dass er das gar nicht weiß. Hilfesuchender Blick nach hinten – jetzt muss der Tourmanager einspringen. „Frag doch, wie viele Mützen du auf dieser Tour dabei hast“. Oh, ja… das findet David klasse. „Also, dann frag ich das jetzt: Wie viele Mützen habe ich auf dieser Tour dabei?“. Von hinten ruft ein Mann „20“. Tina neben mir meint völlig cool „Leute, das ist ein MANN, der hat maximal 2 dabei“ – und sie ruft laut „zwei!!“
„Stimmt“. David, der ziemlich in der Mitte steht, kommt kartenwedelnd zu uns rüber. Jetzt steht er direkt vor Tina, strahlt, reicht ihr die Karten (boah, in nächster Nähe, ich glaub, ich konzentriere mich einfach nur darauf, weiterhin ganz normal zu wirken) und fragt mit zuversichtlichem Unterton „Kannst du denn morgen Abend?“ „Eh, nein!“
??? ??? ???
Nicht nur David schaut reichlich irritiert aus der Wäsche. (Wie jetzt – du KANNST nicht?) Tinas Antwort löst erstmal ein kleines Durcheinander aus. Moderatorin, Tourmanager und David beraten, was nun wohl zu tun sei… während Kerstin und Tina ganz schnell irgendwas reden, und Tina dann ruft „aber meine Freundin kann“. Ah, nun… prima… dann wäre ja mal eine Karte weg und was ist jetzt mit der anderen?… und dann… das alles passiert in Sekundenbruchteilen… dann… bevor ich so richtig kapiere, was eigentlich los ist, sieht Tina mich an und ich höre die Frage „kannst Du auch?“ Ein ziemlich fassungsloses „ja“ krieg ich grad noch so raus… als Tina sich auch schon korrigiert „meine BEIDEN Freundinnen können“. Keine fünf Sekunden später reicht David ihr die Tickets runter… und Tina eins davon an mich weiter.
……(jetzt bloß nicht aufwachen, das KANN nur ein Traum sein) …….
Sogar dass David immer noch da steht (und sich vermutlich köstlich amüsiert über soviel Freudentaumel) krieg ich nicht mehr mit. Völlig fassungslos – VÖLLIG – angesichts dieser unglaublichen Geste einer Frau, die mich grad mal eine Stunde kennt, falle ich Tina um den Hals und kann außer „oh mein Gott“ nichts mehr sagen. Das ist aber auch nicht nötig. Obwohl wir uns noch gar nicht wirklich kennen, zwischen uns stimmte sofort die Chemie. Und so versteht sie auch ohne Worte wie unendlich dankbar ich ihr bin. Ich kann es einfach nicht glauben, starre wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf die Karte und bringe keinen vollständigen Satz mehr über die Lippen. „Du kennst mich doch gar nicht, wie… wie…boah, ich KANNS nicht glauben… wie kann ich dir dafür jemals danken?“ Tina meint nur, dass sie sieht, wie ich mich freue… und drückt mich nochmal kurz mit den Worten „nachher gehen wir erstmal feiern“. Ja aber klar doch. Und wie.
Jetzt scheint dieses Event hier doch dem Ende entgehen zu gehen, was wir in unserem privaten Freudentanz grad noch so mitkriegen. Aber so ganz ohne ein paar Autogramme zu schreiben, kommt Mr. Garrett natürlich hier nicht weg. Auch wir haben Glück (nochmal) – und ich ein Autogramm auf meinem Stuttgart-Ticket. Und dann ist er weg. Ziemlich schnell verläuft sich die Menge. Aber wir, Tina, Uschi, Kerstin und ich, wir gehen jetzt feiern. Dann zusammen zum Konzert, dann nochmal feiern und dann sollte ich mir mal Gedanken machen, wie ich das mit der zweiten Übernachtung regle…
Völlig überwältigt – von Tinas Großzügigkeit, von David, von diesem unglaublichen Glück, der unbändigen Freude, morgen noch ein Konzert sehen zu dürfen, schlafe ich in dieser Nacht nur wenig, trotz der spitzenmäßigen Matratze.
Noch halb im Traum finde ich mich am nächsten Morgen um halb 8 an der Rezeption wieder und hoffe, dass ich noch eine Nacht bleiben kann. Wieder die nette Dame von gestern – die sofort fragt „Und??? Wie wars???“ Na, das muss man mich nicht zweimal fragen…. Fotos und Geschichte stoßen auf regelrechte Begeisterung. „Würden Sie was für unseren Blog schreiben? Dann gibt’s auch ein Frühstück als Belohnung.“ Oh je, zum frühstücken bin ich viel zu müde. Aber auch das ist kein Problem: „Kommen Sie kurz vor 10 wieder runter, das reicht dann noch – und solange schiebe ich hier ein bisschen hin und her, so dass Sie nicht das Zimmer wechseln müssen“. Wow. Es ist nicht nur der Service – es ist die sympathische Ausstrahlung des ganzen Haues, der Mitarbeiter und der Chefin, die ich später am Tag auch noch kennenlerne. Wohfühl-Ambiente im kleinen Frühstücksraum, auch hier kleine Engelchen.
Mal ehrlich, sowas erwartet man eher in einem kleinen Bergdorf, nicht mitten in der Münchner Innenstadt. Keinerlei Hektik, nur freundliche Leute und auch so kurz vor knapp fehlt absolut nichts beim Frühstücksbuffet. Tolle Qualität, auch beim O-Saft (nicht das wässrige Zeug, das man oft vorgesetzt bekommt), selbstgebackener Kuchen, selbstgemachter Eier- und Wurstsalat… das toppt so manches 4-Sterne-Hotel. Sogar ich wache langsam auf und freue mich, dass ich noch kurz auf dem Hotel-Laptop das Forum auf www.David-Garrett.info checken darf. Dann kann der Tag des zweiten Konzerts kommen.
Ob es an dem Glückslos lag, dass mein Münchner David-Garrett-Wochenende so unglaublich verlief? Oder an den Engeln? Wahrscheinlich an beidem – und es ist ja klar, wo ich wohne, wenn David 2011 wieder nach München kommt.