
Das Oktoberfest München ist mit nix zu vergleichen!
Der Wiesnwahnsinn oder meine Nacht als Hotel Aushilfsportier
Seit mehr als 35 Jahren bin ich mit Leib und Seele in der Hotellerie tätig und seit über 10 Jahren arbeite ich in unserem Münchner Hotel Monaco.
Letzen Donnerstag war es so weit. Meine erste Nachtschicht stand an!
Einen lieben Kollegen hatte die Grippe dahingerafft und ich entschloss mich spontan für ihn einzuspringen.
Mit den normalen Tätigkeiten des Nachtdiensts, wie Frühstück vorbereiten, Telefon- und Portiersdienst läuft so eine Nacht in der Regel eher ruhig und gemütlich ab.
Beim Oktoberfest ist das aber etwas anders!
Mit meiner langjährigen Erfahrung und dem nötigen Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen wie ich meinte , gut ausgestattetet zu sein, traute ich mir diesen Dienst zu.
Das Haus war mit meist jüngeren Gästen aus aller Welt, die natürlich und ausschließlich unser Oktoberfest besuchten, gut gebucht.
Bierseelig und überaus guter Laune, kamen nach und nach die Gäste nach Mitternacht heim.
Als erste Überraschung sahen sie meine Wenigkeit – ist wohl doch ein ungewohnter Anblick, eine Frau als Nachtportier – und als zweite Überraschung (gab es selbstverständlich gratis dazu) meine Belehrungen über den Lärm, den sie veranstalteten.
Des Nachbar’s, Nachtruhe war mir doch auch wichtig!
Mit dem Zeigefinger an meinen Lippen und einem Lächeln, hat das auf Anhieb gleich gut geklappt
Ist aber wirklich schon sehr schwer die Zunge im Zaun zu halten, nach so ein paar Maß Bier.
Hab das aber ganz gut hinbekommen, wohl Dank meiner ” mütterliche Ausstrahlung “, wie einer der Jungs meinte: “You look like my mother“ (holla, so alt bin ich aber doch auch wieder nicht oder schau ich wirklich schon so alt aus?).
Einerseits heißt es aber ja, Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit
.
Zu vorgerückter Stunde musste ich dann noch eine junge Dame beruhigen, die Streit mit Ihrem Freund auf der Wiesn hatte.
Lässt er sie doch tatsächlich einfach ohne Geld und Jacke im Bierzelt sitzen und verduftet. Angesäuert kam sie ins Hotel, zum Glück kann man von der Wiesn ins Hotel in 10 Minuten laufen. Das arme Mädchen hat mir erstmal nichts von ihrem Streit erzählt.
Später kam der junge Mann dann doch noch ins Hotel und es kam wie es kommen musste, sie ließ ihn nicht in das Zimmer. . . Oh weh!
Gegen 2.30 Uhr überredete ich das Fräulein mit Engelszungen ihrem Freund doch bitte wieder Quartier gewähren zu lassen, da ich noch nicht einmal in unserer Besenkammer Platz für ihn hätte
.
Auch dies hat dann prima geklappt. Wie wohl die Zukunft dieses Paares aussehen wird, steht auf einem anderen Blatt.
Über sowas macht sich natürlich auch nur eine “Nachtportiersmama” Gedanken
.
Gegen vier Uhr morgens kam dann ein netter deutscher Wiesnbesucher und bat um eine Herberge.
Als ich den Telefonhörer in die Hand nahm, um einen Hotelkollegen zwecks freien Zimmern zu kontaktierten, rief er plötzlich: „Bitte, bitte rufen Sie nicht den Sicherheitsdienst, ich tue Ihnen nichts!“
Ja, ja, das Starkbier vom Oktoberfest hat es in sich, denn mit meiner „mütterlichen“ aber doch konsequenten Ausstrahlung hatte der liebe Mann anscheinend Angst vor mir bekommen. Oder meinte ervielleicht ich vor ihm?
Aber auch diesem jungen Mann konnte ich helfen. Er hat noch ein Nachtquartier in einem anderen Hotel bekommen und zog darauf glückselig von Dannen
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Fazit meines Nachtdienstes: Es war super spannend, interessant und auch lustig mit meinen Wiesngästen.
Heute packen wieder meine männliche Kollegen an und sie werden die Bier- und redseligen Oktoberfestgäste genauso gut betreuen, wie ich!
Servus, sagt die Rita vom Münchner Hotel Monaco -Team!